EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Hausach von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 2. Juli 1866 wurde die 33,18 Kilometer lange Strecke zwischen Offenburg und Hausach von den Großherzoglich Badische Staatseisenbahnen (BadStB) fertiggestellt. Erst am 1. November 1873 wurde der 52,68 Kilometer lange und schwierige Weiterbau nach Villingen (Schwarzwald) und damit die Gesamtstrecke der "Schwarzwaldbahn" in Betrieb genommen. Bis zur Eröffnung des endgültigen Stationsgebäudes wurde ein provisorisches Bauwerk genutzt. Das Empfangsgebäude Hausach Das symmetrische, im Stil des Klassizismus hergestellte Stationsgebäude in Seitenlage wurde 1876 in Betrieb genommen. Das mehrgliedrige Gebäude besaß zwei Kopfbauten, die von einem traufenständigen, einstöckigen Gebäudeteil mit Satteldach verbunden waren. In der Mitte des Verbindungsbaus befand sich an der Orts- und Gleisseite ein Eingangsportal mit zwei gekuppelten Portalbögen (breite Öffnung durch Stützen unterteilt) mit Portalsäulen. Die beiden zweistöckigen Eckbauten verfügten über ein Mezzanin (Halb- oder Zwischengeschoss) mit flachem Walmdach. Das Erdgeschoss besaß hohe Rundbogenfenster und Türen, die Eckbauten im Obergeschoss hatten Rechteckfenster mit Fensterläden. Gurtgesimse (ein Gesims an Fassaden, das zwischen den Geschossen liegt) gliederten optisch die Stockwerke. Im Verbindungsbau gab es eine Schalterhalle mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie Warteräume für die unterschiedlichen Wagenklassen, ein Bahnhofsrestaurant und weitere Diensträume. In den Obergeschossen der Eckbauten waren Dienstwohnungen entstanden, im Erdgeschoss befanden sich weitere Diensträume. Im Bahnhof gab es eine Lokstation mit Lokschuppen und Drehscheibe, eine Wagenremise und eine Abortanlage. Ein hölzerner Güterschuppen mit Seiten- und Kopframpe befand sich östlich in Verlängerung des Stationsgebäudes. Die Gleisanlage bestand anfangs aus einem Hauptgleis mit einem Umfahrgleis sowie Abstellgleise zum Güterschuppen. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse I. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 15. Juli 1878 wurde die 4,48 Kilometer lange Teilstrecke zwischen Hausach und Wolfach von der BadStB in Betrieb genommen. Nach Abschluss eines Staatsvertrags mit Württemberg wurde der 9,7 Kilometer lange Streckenteil der „Kinzigtalbahn“ nach Schiltach am 4. November 1886 in Betrieb genommen. Hausach wurde Trennungsbahnhof. 1887 wurde die Speisungsanlage für die Dampfmaschinen fertiggestellt. 1888 verlegte die BadStB auf der 53 Kilometer langen Strecke zwischen Hausach und Villingen das zweite Streckengleis. Dabei entstand der Mittelbahnsteig. 1890 erweiterte die BadStB die Speiseeinrichtung für die Dampflokomotiven. 1891 wurde die Wagenremise abgebaut und als Magazin im Karlsruhe Hauptbahnhof wiederverwendet. 1892 entstand ein neuer Kohlebunker. Ein neues Ausziehgleis entstand 1895 im westlichen Bahnhofskopf. 1897 erhielt der Bahnhof eine befahrbare Brückenwaage. 1898 wurde die östliche Drehscheibe von 12 Meter auf 18 Meter Durchmesser ersetzt. 1899 Im Bahnhof wurden die Kohlekammern auf der Westseite der Lokomotivremise verlängert und auf der Südseite ein Gleis für die Zufahrt der Lokomotiven hergestellt. 1900 begann die Aufstellung von Vorsignalen für die Einfahrsignale der Strecke Hausach - Schiltach sowie der Ausfahrsignale. 1901 entstand ein Eisenbahnerwohnhaus. Der Lokschuppen wurde erweitert. 1902 erhielt der Bahnhof eine Washington-Petroliumglühlicht-Anlage für die Bahnsteig- und Gleisbeleuchtung. 1909 entstand eine Speiseanstalt. Am 29. November 1910 wurde das zweite Streckengleis zwischen Haslach und Hausach in Betrieb genommen. Damit gab es eine durchgängige Gleisverbindung nach Offenbach. 1972 erhielt der Bahnhof einen Anbau auf dem überdachten Hausbahnsteig für ein modernes Stellwerk. Was hat sich verändert, was ist geblieben Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Eingangsportal ursprünglich opulenter ausgefallen war. Das Empfangsgebäude wird von einem Einkaufsmarkt genutzt. Die Bahnhochbauten sind weitgehend in ihrem Urzustand erhalten und stehen als „Sachgesamtheit“ unter Denkmalschutz.
Bilder Hausach
Luftaufnahme
Bahnhof 1879
Die Eisenbahn “kam” am 1. August 1852 nach Hausach. Also 17 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Hausach hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 5.759 Einwohner).
Bahnhof 1879 Schwarzwaldbahn (Baden) Offenburg Singen (Hohentwiel) Bahnstation Hausach Bahnstation Hausach Planung und Konzession 241,0