EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Bockum-Hövel von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Die Stadt Münster wollte einen seit 1847 bestehenden Bahnanschluss zur weit südlich gelegenen Cöln-Mindener Strecke in Hamm erhalten. Darauf hin wurde die Münster-Hammer Eisenbahn- Gesellschaft (MHE) gegründet. Die 35,57 Kilometer lange Strecke wurde am 26. Mai 1848 für den Personenverkehr und am 8. Juli 1848 für den Güterverkehr eröffnet. Der Anschluss der Gemeinde Ermelinghof wurde erst dadurch möglich.

Das Empfangsgebäude Bockum-Hövel

Das giebelständige einstöckige, kleine Fachwerkgebäude mit Walmdach lag direkt neben einer Schrankenanlage, für deren Bedienung auf dem Hausbahnsteig ein kleiner hölzerner Unterstand errichtet wurde. Etwas weiter nördlich war ein weiteres Kleines mit Holz verschaltes giebelständiges Häuschen und daneben der Güterschuppen entstanden. Das Stationsgebäude wurde im Laufe der Zeit mehrfach ausgebaut. Nach 1900 erhielt der Bahnhof ein festes einstöckiges Fachwerkgebäude mit Pultdach anstelle des alten Gebäudes, das vor 1914 durch einen einstöckigen Anbau mit Walmdach und Dachgaube ergänzt wurde. In ihm befand sich die Bahnhofsgaststätte. Es besaß große Rundbogenfenster an der Gleisseite. In einem weiteren Anbau befand sich die Toilettenanlage. Der Bahnhof verfügte über einen zehngleisigen Abstellbahnhof. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er weder über eine Kopf- noch Seitenrampe (OR) besaß. Er war nur für Eilgut und Frachtgut in Wagenladungen geeignet. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse IV. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1855 musste die MHE wegen Geldmangels den Weiterbau der Strecke nach Rheine einstellen. Sie wurde von der in preußischem Staatsbesitz befindlichen Königlich- Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft (KWE) 1855 übernommen. Die Bauarbeiten nach Rheine gingen 1856 weiter. Am 1. Juli 1903 wurde zunächst die 11,94 Kilometer lange Grubenbahn zur Zeche Werne von der Werne-Bockum-Höveler Eisenbahn (WerBHE) in Betrieb genommen. Am 1. Juli 1904 begann der öffentliche Güterverkehr und am 1. Juni 1905 der öffentliche Personenverkehr. Die Zeche Werne gehörte zum „Georgs-Marien-Bergwerks und Hüttenverein Osnabrück“, der 1923 in die Klöckner-Werke AG aufging und den später die Ruhrkohle AG übernahm. Von hier aus wurde die Steinkohle zur Eisenhütte in Georgsmarienhütte transportiert. Gegenüber dem Stationsgebäude Ermelinghof gab es einen Bahnsteig an der Strecke. 1925 erhielt der Bahnhof ein hohes Stellwerk am Schrankenübergang. Der Bahnhof wurde 1938 in Bockum-Hövel umbenannt. Um 1958 wurde das alte Fachwerkgebäude durch einen einstöckigen Putzbau mit Walmdach ersetzt, der an die Bahnhofsgaststätte anschloss. 1973 errichtete die Deutsche Bundesbahn (DB) einen Stellwerksanbau auf dem Hausbahnsteig. Das alte Stellwerk 114 wurde abgerissen. Am 15. November 1985 endetet der Personenverkehr der WerBHE, die seit 1968 zum Werksnetz der Ruhrkohle AG gehörte. 1995 wurde der Gaststättenanbau abgerissen und dafür Fahrradständer installiert. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude wurde vielfach umgestaltet, sodass ein Vergleich zum heutigen Zustand nicht mehr erkennbar ist.
Bilder Ermelinghof
Bahnhof von 1848
Luftaufnahme
Bahnhof 1914
Bahnhof von 1848 Bahnhof 1914 PANORAMA Planung und Konzession mehr zum Thema hier Hamm - Emden Hamm (Westf) Hbf Emden Hbf

Bahnstation Bockum-Hövel