EINE DOKUMENTATION
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Bahnstation Pelkum

Bau und Streckeneröffnung Nach umfangreichen Planungsarbeiten und langwierigen Verhandlungen beim Grundstückskauf begannen 1902 die Bauarbeiten an der Strecke. Am 1. Mai 1905 eröffneten die Preußische Staatsbahn (P.St.B) die zunächst eingleisige 77 Kilometer lange Strecke zwischen den Rangierbahnhöfen Oberhausen-Osterfeld Süd und Hamm (Westf). Sie sollte dem Ruhrgebiet einen Teil des starken Kohleverkehrs abnehmen. Deswegen blieb der Personenverkehr auch immer schwach.

Das Empfangsgebäude Pelkum

Das traufenständige, zweistöckige Stationsgebäude im Heimatstil mit beidseitigem Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) besaß im Osten einen giebelständigen anderthalb stöckigen Backsteinanbau, dessen verputzte Giebelseite drei unterschiedlich hohe Segmentbogenfenster mit Backsteinrahmen verfügten. An ihm schloss sich ein weiterer einstöckiger, giebelständiger Backsteinanbau an. Das Erdgeschoss des zweistöckigen Hauptgebäudes war aus Backstein errichtet worden. Es verfügte über einen Anbau mit Zwiebeldach auf dem Hausbahnsteig für den Stationsvorsteher. Das leicht auskragende Obergeschoss und die Giebel der Risalite bestanden aus Fachwerk. Im Gebäude gab es einen Warteraum mit Fahrkartenschalter und eine Gaststätte sowie weitere Diensträume. Im Obergeschoss lag die Wohnung des Stationsvorstehers. Alle Gebäudeteile besaßen Satteldächer. Im Osten gab es einen hölzernen Güterschuppenanbau. Mit einigem Abstand zum Stationsgebäude war im Westen ein Abtrittgebäude aus Backstein mit Walmdach entstanden. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen 1906 erhielt die Zeche Heinrich Robert einen Gleisanschluss. Dadurch bedingt musste die Gleisanlage erweitert werden. 1912 wurde das zweite Gleis auf der Hamm-Osterfelder-Bahn verlegt. 1920 sprengten nach dem Kapp-Putsch Freikorps die Eisenbahnüberführung am Pelkumer Bahnhof. Am 31. Mai 1966 wurde das Stationsgebäude geschlossen. 1967 installierte die Deutsche Bundesbahn (DB) eine elektrische Oberleitung an der Hamm-Osterfelder-Bahn. 1973 errichtete die DB ein Stellwerksgebäude mit einem modernen Stellwerk im westlichen Bahnhofskopf. 1979 verkaufte die DB das Stationsgebäude an eine Privatperson. Am 29. Mai 1983 stellte die DB den Personenverkehr ein. 1988 renovierte der Eigentümer das Gebäude und vermietete einen Teil an eine Gastwirtschaft. Ein Sonnenstudio und ein Leuchtenhaus wurden eröffnet. 2012 legte die Deutsche Bahn AG (DBAG) das Stellwerk von 1973 still. 2017 wurde das Stationsgebäude verkauft und denkmalgerecht saniert. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das ursprüngliche Erdgeschoss aller Gebäudeteile bestand aus Backstein, ist aber bei der Sanierung überstrichen worden. Die unterschiedlich hohen Fenster des einstöckigen Anbaus wurden auf gleiche Höhe gebracht. Das freistehende Gebäude im Biergarten mit Walmdach ist kein Fachwerkgebäude, sondern wahrscheinlich erst mit Eröffnung der Gastwirtschaft entstanden. Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Filmbild Pelkum
Bahnhof um 1905
Luftaufnahme
Bilder Pelkum
Bahnhof um 1905 Planung und Konzession
Oberhausen - Hamm Oberhausen-Osterfeld Süd Hamm (Westf) Hbf